{"id":39,"date":"2016-07-21T10:30:59","date_gmt":"2016-07-21T10:30:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bonadea.net\/?page_id=39"},"modified":"2021-10-07T08:44:14","modified_gmt":"2021-10-07T08:44:14","slug":"gold1-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bonadea.net\/?page_id=39","title":{"rendered":"Das Goldgef\u00e4\u00df \u201eaus dem Irak\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Dr. Dr. hc. Barbara Deppert-Lippitz<\/p>\n<p class=\"c16\"><em><span class=\"c2 c5\">Res ipsa loquitur ! \u00a0(M.T. Cicero, Pro T. Annio Milone, 52 v. Chr.)<\/span><\/em><\/p>\n<h2 class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\">Einleitung<\/h2>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Am 4. Juni 2011 \u00fcberreichte der damalige deutsche Au\u00dfenminister Guido Westerwelle dem irakischen Botschafter in Deutschland ein angeblich im Irak illegal ausgegrabenes und entgegen einer EU-Verordnung nach Deutschland eingef\u00fchrtes kleines Goldgef\u00e4\u00df. Dem feierlichen Staatsakt vorausgegangen waren die Einfuhr des St\u00fcckes aus der Schweiz und seine Einlieferung bei einem M\u00fcnchner Auktionshaus. \u00a0Aufgrund der Abbildung des St\u00fcckes im Auktionskatalog verlangte im September<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_44\" aria-describedby=\"caption-attachment-44\" style=\"width: 582px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-44 \" src=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold3.jpg\" width=\"582\" height=\"437\" srcset=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold3.jpg 400w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold3-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 582px) 85vw, 582px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-44\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df, H. ca. 3,5 cm<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">2005 ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des <a href=\"http:\/\/web.rgzm.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">R\u00f6misch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz<\/a>, kurz RGZM genannt, die Sicherstellung des St\u00fcckes durch die Zollbeh\u00f6rden, da es seiner Meinung nach aus einem antiken K\u00f6nigsgrab im Irak k\u00e4me. Dem folgten Untersuchungen im RGZM, wo es bis zum Sommer 2009 blieb. \u00a0Am 25. September 2009 schlie\u00dflich entschied das Finanzgericht in M\u00fcnchen, dass das Goldgef\u00e4\u00df <\/span><span class=\"c2 c5\">\u201emit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus einem K\u00f6nigsgrab im S\u00fcdirak k\u00e4me\u201c.<\/span><span class=\"c2\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Die Ergebnisse der am RGZM durchgef\u00fchrten Untersuchungen sind nicht ver\u00f6ffentlicht worden und von der arch\u00e4ologischen Forschung wurde das kleine Goldgef\u00e4\u00df bisher nicht weiter beachtet. Aus den Medien ist es dagegen seit dem Sommer 2009 nicht mehr wegzudenken, was sich wohl nur dadurch erkl\u00e4ren l\u00e4sst, dass in all den Jahren kein geeigneteres Objekt im deutschen Antikenhandel aufgetaucht ist, das \u00a0als Beweis f\u00fcr die angebliche \u201eFinanzierung islamischer Terroristen durch deutsche Antikenh\u00e4ndler und Antikensammler\u201c pr\u00e4sentiert werden k\u00f6nnte<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref1\" href=\"#ftnt1\">[1]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. <\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Ziel der folgenden Ausf\u00fchrungen sind eine wissenschaftliche \u00dcberpr\u00fcfung der arch\u00e4ologischen Einordnung des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes sowie die Rekonstruktion der Vorg\u00e4nge von seiner Einfuhr nach Deutschland im Jahr 2004 bis zum Entscheid des Finanzgerichts im Jahr 2009. Diese Vorg\u00e4nge einzubeziehen erschien aus arch\u00e4ologischen Gr\u00fcnden ebenso notwendig wie aufgrund der politischen und medialen Instrumentalisierung des St\u00fcckes. Ausgangspunkt f\u00fcr beide Anliegen ist ein 2012 erschienener Aufsatz \u00a0des erw\u00e4hnten Mitarbeiters des RGZM, dem Vorderasiatischen Arch\u00e4ologen Michael M\u00fcller-Karpe<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref2\" href=\"#ftnt2\">[2]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. <\/span><\/p>\n<h2 class=\"c17\" style=\"text-align: justify;\">Form und Funktion des Goldgef\u00e4\u00dfes<\/h2>\n<p class=\"c17\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Bei dem zu analysierenden Gegenstand handelt es sich um ein kleines Gef\u00e4\u00df, dessen K\u00f6rper, wie auf den ver\u00f6ffentlichten Fotos eindeutig sichtbar, aus mehreren separat gearbeiteten Teilen zusammengesetzt ist: der \u00a0zylindrischen Wandung, dem gew\u00f6lbtem Boden, der Schulter und dem scharf abgesetzten, schmalen Hals. Dazu kommen ein auf die M\u00fcndung des Halses aufgel\u00f6teter Golddrahtring und zwei Doppel\u00f6sen aus Goldblech, die &#8211; sich gegen\u00fcberliegend &#8211; unterhalb der Schulter auf der Gef\u00e4\u00dfwandung angebracht sind. Mit einer Gesamth\u00f6he von ca. 3,5 cm und einem Durchmesser von ca. 3,45 cm wiegt das Gef\u00e4\u00df ca.18 g. Typologisch geh\u00f6rt es aufgrund der engen M\u00fcndung in die Kategorie der Gef\u00e4\u00dfe geschlossener Form.<\/span><\/p>\n<p class=\"c17\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Aus seiner Gr\u00f6\u00dfe und Form ergibt sich seine Funktion. Es ist ein Gef\u00e4\u00df, wie es in manchen antiken Kulturen als Beh\u00e4lter f\u00fcr kleine Mengen kostbarer, aromatischer Substanzen benutzt wurde. Ihr Verdunsten verhinderten \u00a0der enge Hals und die kleine M\u00fcndung. Wir kennen zahlreiche Beispiele aus der griechischen und der r\u00f6mischen Antike; aus den K\u00f6nigsgr\u00e4bern im s\u00fcdlichen Irak sind Beh\u00e4lter f\u00fcr aromatische Substanzen dagegen nicht bekannt. <\/span><\/p>\n<h2 class=\"c17\" style=\"text-align: justify;\">Scheinsch\u00e4den<\/h2>\n<p class=\"c17\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Eindeutig absichtlich wurde der Gef\u00e4\u00dfk\u00f6rpers manuell eingedr\u00fcckt. Kr\u00e4ftiger Fingerdruck bewirkte auf der einen Seite (<\/span><span class=\"c4 c11\">Abb. 2<\/span><span class=\"c2\">) eine starke Verformung, der dabei notwendige Gegendruck auf der gegen\u00fcberliegenden Seite nur leichte Eindellungen (<\/span><span class=\"c4 c11\">Abb. 3).<\/span><span class=\"c2\">\u00a0Durch den Druck hob sich die Schulter etwas in Richtung Hals und gleichzeitig sprangen die gel\u00f6teten Fugen zwischen den einzelnen Teilen des K\u00f6rpers an mehreren Stellen auf<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref3\" href=\"#ftnt3\">[3]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Solch absichtlich erzeugte \u201eScheinsch\u00e4den\u201c kommen gelegentlich an gef\u00e4lschte Antiken vor. <\/span><\/p>\n<table class=\"c30\" style=\"width: 653px;\">\n<tbody>\n<tr class=\"c41\">\n<td class=\"c21\" style=\"width: 300px;\" colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<p><figure id=\"attachment_53\" aria-describedby=\"caption-attachment-53\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-53 \" src=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/image02-283x300.png\" width=\"280\" height=\"297\" srcset=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/image02-283x300.png 283w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/image02.png 319w\" sizes=\"(max-width: 280px) 85vw, 280px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-53\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Druck<\/figcaption><\/figure><\/td>\n<td class=\"c21\" style=\"width: 324px;\" colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<p><figure id=\"attachment_46\" aria-describedby=\"caption-attachment-46\" style=\"width: 323px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-46\" src=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold5.png\" width=\"323\" height=\"297\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-46\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 3: Gegendruck<\/figcaption><\/figure><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2 class=\"c6\">Parallelen aus der r\u00f6mischen Kaiserzeit<\/h2>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Das aus der Schweiz unter Beachtung der Zollvorschriften eingelieferte Goldgef\u00e4\u00df wurde zum ersten Mal im September 2004 von dem genannten M\u00fcnchner Auktionshaus \u00f6ffentlich angeboten, fand aber keinen Interessenten. Erst im folgenden Jahr wurde es unterhalb des Sch\u00e4tzpreises f\u00fcr Euro 1.200,00 verkauft<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref4\" href=\"#ftnt4\">[4]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. In den Katalogen beider Auktionen wurde es in die r\u00f6mische Kaiserzeit datiert und als aus dem \u00f6stlichen Mittelmeergebiet herkommend bezeichnet.\u00a0<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_47\" aria-describedby=\"caption-attachment-47\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-47 size-medium\" src=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold6-300x290.png\" alt=\"Abb4\" width=\"300\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold6-300x290.png 300w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold6.png 577w\" sizes=\"(max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-47\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 4: R\u00f6mischer Glasaryballos, 1. \u2013 3. Jahrhundert n.Chr. H. 9,9 cm<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Aus Sicht der Klassischen Arch\u00e4ologie ist diese Zuweisung nachvollziehbar, denn in Form und Funktion entspricht es den weit verbreiteten Glasaryballoi<\/span><span class=\"c18\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">der r\u00f6mischen Kaiserzeit (<\/span><span class=\"c4 c11\">Abb. 4<\/span><span class=\"c2\">) <\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref5\" href=\"#ftnt5\">[5]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Anders als bei dem \u00a0M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df befinden sich diesen aber die \u00d6sen, die es erm\u00f6glichten die Aryballoi mittels einer Schnur oder Kette zu tragen, nicht am Gef\u00e4\u00dfk\u00f6rper sondern am Hals. Nur durch diese Position war sicher gestellt, dass sie nicht kippen konnten. <\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Typologisch noch n\u00e4her als die r\u00f6mischen Glasaryballoi stehen dem M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df ca. 1,8 \u2013 4,7 cm hohe Flakons aus Gold, Silber oder Bronze, die in beachtlicher Zahl in Bestattungen des 1. Jahrhunderts v. Chr. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. an der Nordk\u00fcste des Schwarzen Meeres entdeckt wurden<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref6\" href=\"#ftnt6\">[6]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Sie variieren je nach dem Wohlstand und den \u00e4sthetischen Vorstellungen des urspr\u00fcnglichen Besitzers in Bezug auf Metallart, Form und zus\u00e4tzlichem \u00a0Dekor, bleiben aber in der Grundform gleich. \u00c4hnlich wie bei dem M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df sind bei diesen Flakons in der H\u00f6he des gr\u00f6\u00dften Durchmessers des K\u00f6rpers zwei sich gegen\u00fcberliegende \u00d6sen angebracht. Sie korrespondieren mit einem zweiten \u00d6senpaar an einem zylinderf\u00f6rmigen Deckel \u00fcber dem schmalen Hals der Gef\u00e4\u00dfe. Eine urspr\u00fcnglich durch die beiden \u00fcbereinander liegenden \u00d6senpaare laufende Schnur oder Kette verband Gef\u00e4\u00df und Deckel und stellte gleichzeitig sicher, dass es nicht kippen konnte. <\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_51\" aria-describedby=\"caption-attachment-51\" style=\"width: 272px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-51 size-medium\" src=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold10-272x300.jpg\" alt=\"gold10\" width=\"272\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold10-272x300.jpg 272w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold10-768x847.jpg 768w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold10-929x1024.jpg 929w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold10-1200x1323.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 272px) 85vw, 272px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-51\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 5 Zwei \u201eFl\u00e4schchen\u201c mit Schnur\u00f6sen aus einem Grab in Odessa, 1. Jh.v.\/1. Jh. n.Chr., Gold, H. 2,7 cm bzw. 4,5 cm.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"c20\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Charakteristische Beispiele<\/span><span class=\"c19\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">f\u00fcr die \u00a0Flakons von der Nordk\u00fcste des Schwarzen Meeres sind die beiden hier abgebildeten Exemplare aus einem Grabe wohl augusteischer Zeit in der N\u00e4he von Olbia, die bereits Anfang der \u00a0zwanziger Jahre des\u00a0<span class=\"c2\">vorigen Jahrhunderts von dem damaligen Kurator der Antikensammlung Berlin, Robert Zahn, ver\u00f6ffentlicht wurden \u00a0(Abb. 5)<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref7\" href=\"#ftnt7\">[7]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">.<\/span><\/span><\/p>\n<h2 class=\"c1\">Diskrepanz zwischen Gef\u00e4\u00df und \u00d6senform<\/h2>\n<p class=\"c1\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Bei aller \u00dcbereinstimmung in Form, Gr\u00f6\u00dfe und Funktion unterscheiden sich die kaiserzeitlichen Flakons und das M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes in einem Punkt, der Form der \u00d6sen. Sind es an der Nordk\u00fcste des Schwarzen Meeres die ringf\u00f6rmigen Draht- oder Goldblech\u00f6sen der Klassischen Welt, so finden sich an dem M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df\u00a0<\/span><span class=\"c2\">sogenannte Roll\u00f6senattaschen, die aus dem Zweistromland des \u00a0dritten Jahrtausends v. Chr. bekannt sind<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref8\" href=\"#ftnt8\">[8]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. \u00a0Das bedeutet, dass das M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df eine Gef\u00e4\u00dfform der r\u00f6mischen Kaiserzeit vom n\u00f6rdlichen Schwarzmeergebiet mit einer mehr als zweitausend Jahre fr\u00fcheren \u00d6senform aus dem Nahen Osten verbindet. \u00a0Nicht nur Arch\u00e4ologen werden nachvollziehen k\u00f6nnen, \u00a0dass ein Objekt, das die Charakteristika zweier h\u00f6chst unterschiedlicher Kulturkreise verbindet &#8211; sumerische Roll\u00f6senattaschen mit einer Gef\u00e4\u00dfform der r\u00f6mischen Kaiserzeit \u00a0&#8211; nicht antik sein kann. Das M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df erweist sich damit aus sich selbst heraus als F\u00e4lschung. <\/span><\/p>\n<h2 class=\"c6\">Angebliche Parallelen im Museum Bagdad und aus Ur<\/h2>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Die Feststellung, dass das M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df nicht antik sein kann, darf nicht die \u00dcberpr\u00fcfung der Argumente ausschlie\u00dfen, die den wissenschaftlichen Mitarbeiter einer renommierten Institution wie dem R\u00f6misch-Germanischen Zentralmuseum zur Behauptung der angeblichen Herkunft des St\u00fcckes aus einem K\u00f6nigsgrab des 3. Jahrtausends v. Chr. im s\u00fcdlichen Irak gef\u00fchrt haben. Im Rahmen eines Vortrags, der als der bereits erw\u00e4hnte Aufsatz im Jahr 2012 publiziert wurde<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref9\" href=\"#ftnt9\">[9]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">, beschreibt M. M\u00fcller-Karpe r\u00fcckblickend, wie er Anfang September 2005, als das St\u00fcck zum zweiten Mal \u00f6ffentlich angeboten wurde, bei der Durchsicht des Katalogs des M\u00fcnchner Auktionshauses das Goldgef\u00e4\u00df entdeckte und spontan feststellte, dass er die Form des von ihm als \u00a0\u201e<\/span><span class=\"c2 c5\">kleines goldenes Fl\u00e4schchen<\/span><span class=\"c2\">\u201c bezeichneten St\u00fcckes \u201e<\/span><span class=\"c2 c5\">aus \u00a0Bagdad, aus dem Irak Museum kannte\u201c und er \u201eau\u00dferdem wusste, dass solche \u201eGef\u00e4\u00dfe sich bei wissenschaftlichen Ausgrabungen im S\u00fcdirak, im K\u00f6nigsfriedhof von Ur fanden<\/span><span class=\"c2\">\u201c<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref10\" href=\"#ftnt10\">[10]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. <\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Bei diesem <\/span><span class=\"c2 c5\">K\u00f6nigsfriedhof von Ur<\/span><span class=\"c2\">\u00a0handelt es sich um eine Anlage von ca. 2000 Gr\u00e4bern aus der Zeit der Sumerer, dem 3. Jahrtausend v. Chr., die in den Jahren 1922 \u2013 1934 \u00a0von einem British-Amerikanischem \u00a0Team von Arch\u00e4ologen unter Leitung von L. Woolley im Bereich der Stadt Ur im S\u00fcden Mesopotamiens ausgegraben wurden<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref11\" href=\"#ftnt11\">[11]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Nur sechzehn der Gr\u00e4ber wurden vom Ausgr\u00e4ber als K\u00f6nigsgr\u00e4ber bezeichnet. Voraussetzung daf\u00fcr war, dass sie aus einer aus Stein oder Lehmziegeln gebauten Grabkammer mit flacher oder gew\u00f6lbter Decke bestanden, diese in einer sehr tiefen Grube lag und \u00fcber eine Rampe erreicht wurde. Als weiteres Merkmal geh\u00f6rte zum K\u00f6nigsgrab die Mitbestattung einer zahlreichen Dienerschaft beiderlei Geschlechts und &#8211; soweit die Gr\u00e4ber nicht schon in der Antike gepl\u00fcndert worden waren &#8211; \u00a0eine reiche Ausstattung<\/span><span class=\"c19\">. <\/span><span class=\"c2\">Diesen Kriterien m\u00fcsste auch der angebliche Fundort des kleinen Goldgef\u00e4\u00dfes entsprechen, um ihn als K\u00f6nigsgrab im Irak bezeichnen zu k\u00f6nnen. Ob es in den letzten Jahrzehnten im Bereich des K\u00f6niglichen Friedhofs konkrete Hinweise auf eine in j\u00fcngerer Zeit entdeckte und ausgeraubte gro\u00dfe Grabanlage gab, ist nicht bekannt.<\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">In Bezug auf Metallgef\u00e4\u00dfe aus der Zeit der k\u00f6niglichen Gr\u00e4ber von Ur hat das Wort des vorderasiatischen Arch\u00e4ologen M. M\u00fcller-Karpe Gewicht. Er wurde 1987 mit einer Dissertation zu den Metallgef\u00e4\u00dfen des 3. Jahrtausends v. Chr. aus dem Irak promoviert, die heute das Standardwerk zu diesem Thema ist<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref12\" href=\"#ftnt12\">[12]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. \u00a0Um \u00a0so mehr \u00fcberrascht, dass seine oben zitierte Behauptung zu den sich angeblich im Museum in Bagdad und unter den Funden von Ur vorkommenden Parallelen des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes einer \u00dcberpr\u00fcfung nicht standh\u00e4lt. In seinem umfangreichen, typologisch geordneten Repertoire der Metallgef\u00e4\u00dfe des 3. Jahrtausends v. Chr. aus dem Irak kommt die Form des \u201ekleinen Fl\u00e4schchens\u201c nicht vor. Inzwischen reduzierte er seine Behauptung auf eine einzige Parallele<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref13\" href=\"#ftnt13\">[13]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Dabei handelt es sich um ein hohes Haushalts- oder Vorratsgef\u00e4\u00df aus Kupfer, dessen Erhaltungszustand bei der Auffindung in Ur so schlecht war, dass die Ausgr\u00e4ber darauf verzichteten, die Fragmente aufzuheben. Es ist deshalb nur dank einer Skizze in den Grabungsnotizen bekannt. \u00a0Sie zeigt ein gro\u00dfes Schultergef\u00e4\u00df mit schmalem zylindrischem Hals. Mit einer H\u00f6he von ca. 50 cm und ohne Roll\u00f6senattaschen ist es zum Vergleich mit dem M\u00fcnchner \u201eFl\u00e4schen\u201c nicht geeignet. <\/span><\/p>\n<h2 class=\"c6\">Roll\u00f6sentaschen und ihre Funktion<\/h2>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Damit erweist sich M. M\u00fcller-Karpes Behauptung, dass er die Form aus dem Nationalmuseum in Bagdad kenne und dass sich entsprechende Gef\u00e4\u00dfe in Ur fanden, als hinf\u00e4llig. Und auch der von ihm an gleicher Stelle genannte <\/span><span class=\"c2 c5\">\u201eendg\u00fcltige Beweis f\u00fcr die Herkunft des Gef\u00e4\u00dfes aus<\/span><span class=\"c2\">\u00a0\u201e<\/span><span class=\"c2 c5\">einem K\u00f6nigsgrab im s\u00fcdlichen Irak\u201c<\/span><span class=\"c2\">, die beiden auf der Gef\u00e4\u00dfwandung des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes angebrachten Roll\u00f6senattaschen, h\u00e4lt einer wissenschaftlichen \u00dcberpr\u00fcfung nicht stand. <\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Eine Roll\u00f6senattasche<\/span><span class=\"c19\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">besteht aus einem rechteckigem Goldblechstreifen, dessen schmale Enden zur Mitte hin so eingerollt wurden, dass sie auf der Vorderseite zwei\u00a0<\/span><span style=\"line-height: 1.75;\">parallel nebeneinander liegende kleine Zylinder bilden.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_68\" aria-describedby=\"caption-attachment-68\" style=\"width: 394px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-68 \" src=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/hengelgefaesse-300x223.png\" alt=\"hengelgefaesse\" width=\"394\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/hengelgefaesse-300x223.png 300w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/hengelgefaesse-768x571.png 768w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/hengelgefaesse-1024x761.png 1024w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/hengelgefaesse-1200x892.png 1200w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/hengelgefaesse.png 1208w\" sizes=\"(max-width: 394px) 85vw, 394px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-68\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 6 u. 7: Charakteristische Formen sumerischer Henkelgef\u00e4\u00dfe mit Roll\u00f6senattaschen. Eimer, H. ohne Henkel 8,3 cm Kessel, H. ohne Henkel 10,1 cm. Zeichnungen: Manfred Ritter<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Sicher zu Recht gelten sie als eine Erfindung sumerischer Metallbildner, die sie aber nur f\u00fcr wenige Formen verwendeten und zwar \u2013 wie M\u00fcller-Karpe in seiner Dissertation schreibt &#8211; \u201e<\/span><span class=\"c2 c5\">au\u00dfer an<\/span><span class=\"c2\">\u00a0<\/span><span class=\"c2 c5\">Kesseln h\u00e4ufig an Ovalschalen\u201c<\/span><span class=\"c2\">\u00a0(<\/span><span class=\"c4 c11\">Abb. 6 &#8211; 8<\/span><span class=\"c2\">)<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref14\" href=\"#ftnt14\">[14]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. <\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Roll\u00f6senattaschen sind kein Dekorationsmotiv, das beliebig eingesetzt wurde. Sie fungierten auch nicht als \u201eSchnur\u00f6sen\u201c \u00a0wie die \u00d6sen an den Flakons von der Nordk\u00fcste des Schwarzen Meeres. Die sumerischen Roll\u00f6senattaschen dienten ausnahmslos \u00a0als Halterung f\u00fcr separat gearbeitete Henkel. Und sie kommen in Mesopotamien ausschlie\u00dflich an drei Gef\u00e4\u00dfformen vor, die alle dazu bestimmt waren, per Hand getragen zu werden: Eimern, Kesseln und flachen Schalen. Bei den Eimern und Kesseln aus Kupfer\/Bronze (<\/span><span class=\"c4 c11\">Abb. 6 &#8211;<\/span><span class=\"c2\">\u00a07) \u00a0verband eine omegaf\u00f6rmige Drahtschlaufe Henkel und Roll\u00f6senattasche; die Enden des Golddrahthenkels der \u00a0Goldschale dagegen wurden in den Roll\u00f6sen verankert <\/span><span class=\"c4 c11\">(Abb. 8 u. 10)<\/span><span class=\"c2\">. <\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Sumerische Eimer, Kessel und gro\u00dfe ovale Schalen verbindet neben der Tatsache, dass es sich um Henkelgef\u00e4\u00dfe handelt, ein weiterer wichtiger Aspekt. Sie alle geh\u00f6ren aufgrund ihrer weiten, offenen M\u00fcndung in die Kategorie der \u201eoffenen Gef\u00e4\u00dfformen\u201c. Das M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df, alles andere als ein Henkelgef\u00e4\u00df, geh\u00f6rt dagegen wie die r\u00f6mischen Glasaryballoi und die kaiserzeitlichen Flakons von der Nordk\u00fcste des Schwarzen Meeres in die Kategorie \u201egeschlossene Form\u201c.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_42\" aria-describedby=\"caption-attachment-42\" style=\"width: 621px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-42\" src=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold1-300x266.jpg\" alt=\"gold1\" width=\"621\" height=\"550\" srcset=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold1-300x266.jpg 300w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold1-768x680.jpg 768w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold1-1024x907.jpg 1024w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold1-1200x1063.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 621px) 85vw, 621px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-42\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 8: Offene Goldschale mit Roll\u00f6senattaschen und Drahthenkel aus Ur , L. 19 cm, Br. 11 cm, H. 7 cm. British Museum.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"c6\">Die Funktion der Roll\u00f6senattaschen als Halterung f\u00fcr einen Henkel bestimmte ihre Position am Gef\u00e4\u00df. Die erfahrenen sumerischen Metallschmiede wussten genau, \u00a0dass ein Henkel am h\u00f6chsten Punkt eines Gef\u00e4\u00dfes befestigt werden musste, um zu verhindern, dass es kippt. Was f\u00fcr sie selbstverst\u00e4ndlich war, spielte f\u00fcr den Hersteller des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes keine Rolle. Dass sein Gef\u00e4\u00df kippen w\u00fcrde, brauchte er nicht zu bef\u00fcrchten, denn F\u00e4lschungen sind nicht zum Benutzen gedacht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_48\" aria-describedby=\"caption-attachment-48\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-48 size-medium\" src=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold7-225x300.jpg\" alt=\"gold7\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold7-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold7-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold7-1200x1600.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 225px) 85vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-48\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 9: Aus einem St\u00fcck getriebener Flakon vom Typ M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df mit der separat gearbeiteten Roll\u00f6se in der entsprechend sumerischen Vorbildern korrekten Position direkt unterhalb der M\u00fcndung. Zinn, H. ca. 3,5 cm Experimentelle Arch\u00e4ologie, Klaus Malorny<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Roll\u00f6senattaschen sind &#8211; wie M. M\u00fcller-Karpe 2012 \u00a0schreibt &#8211; \u00a0ein Detail, \u201e<\/span><span class=\"c2 c5\">das jedem \u00a0Studenten der Vorderasiatischen Arch\u00e4ologie bereits im dritten Semester bekannt ist<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref15\" href=\"#ftnt15\">[15]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Und so kann wohl davon ausgegangen werden, dass jedem Vorderasiatischen Arch\u00e4ologen mit abgeschlossenem Studium auch die wenigen Gef\u00e4\u00dfformen, an denen sie \u00fcberhaupt vorkommen, bekannt sind und ebenso wo genau und in welcher Funktion sie sich dort befinden<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref16\" href=\"#ftnt16\">[16]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Es ist schwer nachvollziehbar, dass dem Verfasser des Standardwerks zu sumerischen Metallgef\u00e4\u00dfen nicht bewusst war, dass die Position der Roll\u00f6senattaschen auf der K\u00f6rperwandung \u00a0des \u00a0M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes seine Herkunft aus dem Irak vollkommen ausschloss. <\/span><\/p>\n<h2>Eindeutige Kriterien zur Herkunftsbestimmung<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Fassen wir noch einmal die entscheidenden Kriterien f\u00fcr die Beantwortung der Frage, ob ein Gef\u00e4\u00df mit Roll\u00f6senattaschen in S\u00fcdmesopotamien hergestellt wurde oder \u00a0nicht, zusammen, so ergibt sich eindeutig, dass das Vorhandensein von Roll\u00f6senattaschen allein nicht entscheidend ist. Grundvoraussetzung ist, dass die Gef\u00e4\u00dfform sich in den Kanon sumerischer Henkelgef\u00e4\u00dfe einordnen l\u00e4sst, es also ein Gef\u00e4\u00df \u201eoffener Form\u201c ist, zu dem urspr\u00fcnglich ein Henkel geh\u00f6rte. Ebenfalls eine conditio sine qua non ist die sich aus der Funktion der Roll\u00f6senattaschen als Halterung f\u00fcr Henkel ergebende Position am Gef\u00e4\u00df, das hei\u00dft sie m\u00fcssen direkt unterhalb der offenen M\u00fcndung angebracht sein. Werden diese Kriterien nicht erf\u00fcllt, so kann ein Metallgef\u00e4\u00df auf keinen Fall aus dem S\u00fcdirak kommen<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref17\" href=\"#ftnt17\">[17]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">.<\/span><\/p>\n<h2 class=\"c6\">Sicherstellung und Untersuchung im RGZM<\/h2>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Aufgrund der Behauptung von M. M\u00fcller-Karpe, dass das M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df aus dem Irak k\u00e4me und es deshalb unter ein Einfuhrverbot falle, wurde es von den Zollbeh\u00f6rden sicher gestellt und ihm zu weiteren Untersuchungen an das RGZM geschickt. Welche konkreten Fakten &#8211; wie zum Beispiel Abbildungen von Gef\u00e4\u00dfen gleicher Form im Nationalmuseum in Bagdad &#8211; den Zoll zum Handeln bewogen und zudem dazu, den Urheber der Anzeige zum Gutachter in eigener Sache zu bestellen, ist nicht bekannt. Erst nach der sp\u00e4terer Ablehnung seines Gutachtens als fachlich nicht ausreichend und tendenzi\u00f6s<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref18\" href=\"#ftnt18\">[18]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">, wurde ein weiterer Gutachter hinzugezogen. <\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">In Mainz wurde das Gef\u00e4\u00df \u2013 wie M. M\u00fcller-Karpe 2012 schrieb \u2013 <\/span><span class=\"c2 c5\">\u201emonatelang\u201c<\/span><span class=\"c2\">\u00a0in den Labors des Museums \u201e<\/span><span class=\"c2 c5\">mit gro\u00dfem<\/span><span class=\"c2\">\u00a0<\/span><span class=\"c2 c5\">technischen und personellem Aufwand, unter Nutzung der heute zur Verf\u00fcgung stehenden technischen und apparativen M\u00f6glichkeiten erforscht und wo die M\u00f6glichkeiten des Museums nicht ausreichten, sprang das Bundeskriminalamt mit neuester Kriminaltechnik ein<\/span><span class=\"c2\">\u201c<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref19\" href=\"#ftnt19\">[19]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. \u00a0Das klingt beeindruckend und nicht nur Laien tr\u00e4umen von der M\u00f6glichkeit einer vollkommen objektiven Bestimmung der Entstehungszeit und des Entstehungsortes arch\u00e4ologischer Gegenst\u00e4nde mit Hilfe von naturwissenschaftlichen und technischen Methoden. Aber Apparate, in die man ein Goldobjekt legt und dann erf\u00e4hrt, wann und wo es hergestellt, wann es unter die Erde kam und wie und wo es gefunden wurde, existieren nicht. Ebenso wenig gibt es Apparate, die feststellen k\u00f6nnen, ob ein St\u00fcck antik oder eine moderne F\u00e4lschung ist. Aber letzteres wurde im RGZM anscheinend nicht einmal ansatzweise in Erw\u00e4gung gezogen. <\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Untersucht wurde das Goldgef\u00e4\u00df sicher mit den heute \u00fcblichen und routinem\u00e4\u00dfig angewendeten arch\u00e4ometallurgischen Untersuchungsmethoden. Das ist bei einem Goldgef\u00e4\u00df einmal die chemische Analyse der Legierung des Metalls, zum anderen das Erkennen eventueller Werkzeugspuren, die mit blo\u00dfem Augen nicht sichtbar sind, mit Hilfe von Radiographie und Rasterelektronenmikroskopie. Es sind Untersuchungen, die weder einen gro\u00dfen personellen und technischen Aufwand erfordern, noch monatelang dauern. <\/span><\/p>\n<h2 class=\"c6\">Goldanalysen<\/h2>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Was f\u00fcr die Interpretation der mit naturwissenschaftlichen Methoden gewonnenen Daten und Beobachtungen aber unbedingt notwendig ist, sind Parameter, das hei\u00dft bereits vorliegende Informationen analysierter Gegenst\u00e4nde aus dem gleichen Material und dem gleichen Kulturkreis wie das zu untersuchende Objekt, mit denen die Ergebnisse verglichen werden k\u00f6nnen. Im Fall des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes lagen entsprechende Daten zur Legierung des Goldes dank der Untersuchungen von H. Hauptmann und E. Pernicka vor<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref20\" href=\"#ftnt20\">[20]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. In Bezug auf Gef\u00e4\u00dfe bietet sich zudem ein Vergleich mit Ergebnissen der Metallanalysen der Ausgr\u00e4ber der K\u00f6nigsgr\u00e4ber von Ur an. \u00a0Von f\u00fcnf der insgesamt 19 dort ausgegrabenen Goldgef\u00e4\u00dfe ist die chemische Zusammensetzung des Metalls bekannt <\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref21\" href=\"#ftnt21\">[21]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Die folgende \u00dcbersicht zeigt die Ergebnisse:<\/span><\/p>\n<table style=\"border-color: #000000;\">\n<thead>\n<tr>\n<td><strong>Gef\u00e4\u00dfform<\/strong><\/td>\n<td><strong>Fundnummer<\/strong><\/td>\n<td><strong>Gold<\/strong><\/td>\n<td><strong>Silber<\/strong><\/td>\n<td><strong>Kupfer<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Becher glatt<\/td>\n<td>U.1000<\/td>\n<td>\u00a075,62 %<\/td>\n<td>23,31 %<\/td>\n<td>\u00a01,04 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Becher gerippt<\/td>\n<td>U.10453<\/td>\n<td>73,48 %<\/td>\n<td>24,73 %<\/td>\n<td>1,79 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schale rund<\/td>\n<td>U.10002<\/td>\n<td>58,16 %<\/td>\n<td>40,04 %<\/td>\n<td>1,8 \u00a0%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schale oval<\/td>\n<td>U.10001<\/td>\n<td>60,63 %<\/td>\n<td>37,04 %<\/td>\n<td>2,3 \u00a0%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schale gerippt<\/td>\n<td>U.10003<\/td>\n<td>72,56 %<\/td>\n<td>25,44 %<\/td>\n<td>\u00a02,2 \u00a0%<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Diese Ergebnisse sind so eindeutig, dass sie im Jahr 1993 M. M\u00fcller-Karpe \u00a0zu dem noch heute g\u00fcltigen Kommentar veranlassten, dass <\/span><span class=\"c2 c5\">\u201eSoweit Analysen vorliegen das Gold stets einen hohen Silberanteil<\/span><span class=\"c2\">\u00a0(bis 40 %) enth\u00e4lt\u201c<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref22\" href=\"#ftnt22\">[22]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">.<\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Bei einem Goldanteil von weniger als ca. 73 % und einem entsprechend hohen Silbergehalt wird die Legierung antiker Metallarbeiten in der Regel nicht mehr als Gold, sondern als Elektron oder Elektrum bezeichnet. Die Forschung geht heute davon aus, dass es sich bei dem im mittleren 3. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien verarbeitete Gold vor allem um Elektron handelt, das sowohl nat\u00fcrlich vorkommt wie auch von sumerischen Goldschmieden absichtlich hergestellt wurde<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref23\" href=\"#ftnt23\">[23]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. \u00a0Nicht in dieses Bild passen die vom RGZM ermittelten Ergebnisse von \u00a0einem Goldgehalt des M\u00fcnchner Gef\u00e4\u00dfes von \u00a088,4 \u2013 89,87 %, \u00a0einem Silbergehalt bei 8,20 \u2013 9,47 \u00a0% und einem Kupfergehalt von 1,57 \u00a0&#8211; 2,30 % . Ein derart hoher Gehalt an Gold kann zwar in der Antike durchaus vorkommen, gilt aber bei den Funden aus den K\u00f6nigsgr\u00e4bern von Ur als eher unwahrscheinlich. Eine Untersuchung der Spurenelemente, das hei\u00dft der weiteren chemischen Elemente, die an antiken Goldlegierungen nur in sehr geringen Spuren vorkommen, wurde am RGZM oder dem Bundeskriminalamt anscheinend \u00a0nicht vorgenommen. Sie h\u00e4tte unter Umst\u00e4nden Hinweise auf die Herkunft des Goldes geben k\u00f6nnen oder aber sogar darauf, dass es sich um eine moderne Goldverbindung handelte. <\/span><\/p>\n<h2 class=\"c6\">Herstellungstechnik<\/h2>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Detaillierte Ergebnisse der Untersuchung zur Herstellung des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes durch die Labore des RGZM sind nicht \u00a0bekannt. Die ver\u00f6ffentlichten Fotos geben jedoch Wissenschaftlern, die mit den antiken Goldschmiedetechniken vertraut sind, alle notwendigen Hinweise, um sich ein genaues Bild dazu machen zu k\u00f6nnen. Es ist \u2013 wie oben beschrieben &#8211; aus mehreren einzeln gearbeiteten Teilen zusammengel\u00f6tet und damit auf eine f\u00fcr die gesamte Antike als ungew\u00f6hnlich zu bezeichnende Art hergestellt. \u00a0Sie stimmt auch nicht mit der Herstellungstechnik sumerischer Handwerker \u00fcberein, \u00fcber die wir recht gut informiert sind. Deren Gef\u00e4\u00dfe wurden bereits im Auftrag der Ausgr\u00e4ber der K\u00f6nigsgr\u00e4ber von Fachleuten untersucht<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref24\" href=\"#ftnt24\">[24]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">, ihre Ergebnisse sp\u00e4ter best\u00e4tigt durch den Metallurgen P.M. Roberts<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref25\" href=\"#ftnt25\">[25]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">\u00a0, den Arch\u00e4ologen P.R. Moorey<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref26\" href=\"#ftnt26\">[26]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">\u00a0und nicht zuletzt durch M. M\u00fcller-Karpe. \u00dcbereinstimmend kommen alle zitierten Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die sumerischen Goldschmiede hervorragende Meister in der Kunst der Treibarbeit waren, Ihre Goldgef\u00e4\u00dfe grunds\u00e4tzlich aus einem einzigen Blech und in einem einzigen Arbeitsgang trieben und nur ausnahmsweise, wenn die Form es unbedingt erforderte, durch ein separat getriebenes Teil erg\u00e4nzten<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref27\" href=\"#ftnt27\">[27]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Es gibt nicht einen einzigen Hinweis, dass ein Gef\u00e4\u00dfk\u00f6rper aus einzelnen Goldblechteilen zusammengesetzt wurde. Den wohl wichtigsten Beleg daf\u00fcr verdanken wir den Beobachtungen von M. M\u00fcller-Karpe bei eigenen mikroskopischen Untersuchungen<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref28\" href=\"#ftnt28\">[28]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Mehrfach stellte er fest, dass Goldgef\u00e4\u00dfe, die bei der Ausgrabung zerdr\u00fcckt aufgefunden worden waren, in j\u00fcngerer Zeit wieder in ihre urspr\u00fcngliche Form gedr\u00fcckt worden waren<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref29\" href=\"#ftnt29\">[29]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Das aber ist nur m\u00f6glich, wenn ein Gef\u00e4\u00df aus einem einzigen St\u00fcck Metall gearbeitet und nicht aus Einzelteilen zusammengel\u00f6tet ist. Nichts illustriert besser, was andernfalls mit den in Ur gefundenen zerdr\u00fcckten Goldgef\u00e4\u00dfen passiert w\u00e4re, als die aufgeplatzten Lotn\u00e4hte des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes. Sie h\u00e4tten es unm\u00f6glich gemacht, ein zerdr\u00fccktes Goldgef\u00e4\u00df wieder in seine \u00a0urspr\u00fcngliche Form zu dr\u00fccken.<\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die Goldschmiede des Zweistromland bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. unterschiedliche L\u00f6ttechniken beherrschten.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_43\" aria-describedby=\"caption-attachment-43\" style=\"width: 568px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-43\" src=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold2-300x231.jpg\" alt=\"gold2\" width=\"568\" height=\"437\" srcset=\"https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold2-300x231.jpg 300w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold2-768x590.jpg 768w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold2-1024x787.jpg 1024w, https:\/\/www.bonadea.net\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/gold2-1200x922.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 568px) 85vw, 568px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-43\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 10 Roll\u00f6senattasche mit Lotresten der Schale von Abb. 8<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">In Bezug auf ihre Anwendung waren sie aber eher zur\u00fcckhaltend<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref30\" href=\"#ftnt30\">[30]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Bei der Herstellung von goldenen Schalen (vgl. <\/span><span class=\"c4 c11\">Abb.8<\/span><span class=\"c2\">) beschr\u00e4nkten sie sich auf das einfach auszuf\u00fchrende und sichere L\u00f6ten \u201evon Goldblech auf \u00a0Goldblech\u201c. So wurden die Roll\u00f6senattaschen an der getriebenen Schale angel\u00f6tet, indem ein kleiner Goldspan, dessen Schmelzpunkt dank eines h\u00f6heren Silberanteils geringer war als der der beiden zu verbindenden Teile, zwischen ihre flache R\u00fcckseite und das Grundblech gelegt wurde. \u00a0Sobald in der Glut des Holzkohlefeuers der niedrige Schmelzpunkt erreicht war, verband der schmelzende Goldspan die \u00fcbereinandergelegten Teile (<\/span><span class=\"c4 c11\">Abb. 10<\/span><span class=\"c2\">)<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref31\" href=\"#ftnt31\">[31]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. F\u00fcr die Anwendung von sogenannten Sto\u00dfverbindungen, dass hei\u00dft dem L\u00f6ten von Kante-an-Kante, wie es durch die aufgesprungenen Lotn\u00e4hte f\u00fcr die Herstellung des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes belegt ist, findet sich bei den sumerischen Goldgef\u00e4\u00dfen keinerlei Hinweis.<\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Gewisse handwerkliche Prinzipien der sumerischen Goldschmiede, die bisher in der Forschung nicht ber\u00fccksichtigt wurden, beobachtete die amerikanische Goldschmiedin und Arch\u00e4ologin Kim Benzel bei ihren eigenen Untersuchungen sumerischer Goldschmiedearbeiten<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref32\" href=\"#ftnt32\">[32]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Wann immer m\u00f6glich wurde auch sumerischer Schmuck aus einem einzigen St\u00fcck Gold getrieben, auch wenn das Zusammenl\u00f6ten von Einzelteilen die Arbeit signifikant vereinfacht h\u00e4tte. \u00a0K. Benzel vermutet religi\u00f6se und \u00e4sthetische Gr\u00fcnde f\u00fcr die konsequente Herstellung \u201enahtloser\u201c Goldobjekte, wie sie sie nennt<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref33\" href=\"#ftnt33\">[33]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. \u00a0Aber auch die praktische Erfahrung sumerischer Goldschmiede, dass aus einem einzigen St\u00fcck Gold getriebene Objekte wesentlich widerstandsf\u00e4higer sind als zusammengel\u00f6tete, wird wohl eine Rolle gespielt haben. Selbst mit modernster L\u00f6ttechnik w\u00fcrde auch heute jeder Goldschmied vorziehen, ein Gef\u00e4\u00df wie das M\u00fcnchner St\u00fcck mit wesentlich weniger Aufwand und Risiko in einem St\u00fcck z\u00fcgig in Treibarbeit herzustellen, als es m\u00fchsam zusammen zu st\u00fcckeln <\/span><span class=\"c4 c11\">(Abb. 9)<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref34\" href=\"#ftnt34\">[34]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Die einzige Erkl\u00e4rung f\u00fcr seine ungew\u00f6hnliche Herstellung ist, dass der F\u00e4lscher damit den Eindruck eines hohen Alters betonen wollte und das Eindr\u00fccken des St\u00fcckes \u00a0schon bei der Herstellung eingeplant war, um den Eindruck von Authentizit\u00e4t zu erzielen. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<h2 class=\"c6\">Arch\u00e4ologische Fakten<\/h2>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Zusammenfassend ergeben die Ergebnisse der arch\u00e4ologischen Analyse folgendes Bild: V\u00f6llig unabh\u00e4ngig von dem Missgriff eines F\u00e4lschers, Charakteristika zweier unterschiedlicher Kulturen zu kombinieren, zeigen alle wissenschaftlich \u00fcberpr\u00fcfbaren Kriterien, dass es mit Ausnahme der \u00d6senform keinerlei \u00dcbereinstimmungen zwischen dem M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df und Gef\u00e4\u00dfen aus den K\u00f6nigsgr\u00e4bern von Ur gibt. Dazu kommt, dass die Roll\u00f6senattaschen des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes an einem nicht in das sumerische Typenrepertoire passende Gef\u00e4\u00df \u2013 einer geschlossenen Form, keinem offenen Henkelgef\u00e4\u00df \u2013 angebracht sind und zudem in v\u00f6llig falscher Position.<\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Im R\u00f6misch-Germanischen-Zentralmuseum in Mainz wurden die hier aufgef\u00fchrten Erkenntnisse, die nur wenige Jahre vorher in der im Jahr 2003 ver\u00f6ffentlichen Dissertation von M. M\u00fcller-Karpe klar formuliert worden waren, ignoriert, beiseite gewischt oder verschwiegen. <\/span><span class=\"c2 c5\">\u201eUnsere Untersuchungsergebnisse flossen in ein umfangreiches wissenschaftliches Gutachten ein, das ich im Oktober 2006 an den Zoll schickte\u201c <\/span><span class=\"c2\">schreibt M. M\u00fcller-Karpe 2012<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref35\" href=\"#ftnt35\">[35]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. \u00a0Das St\u00fcck dagegen blieb in Mainz. Unter Hinweis auf seinen angeblich extrem hohen pekuni\u00e4ren Wert und das damit verbundene Transportrisiko wurde die R\u00fccksendung abgelehnt<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref36\" href=\"#ftnt36\">[36]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. So blieb das St\u00fcck fast drei Jahre, bis zum Sommer 2009 im RGZM. Was in dieser Zeit geschah &#8211; genauer gesagt was nicht geschah &#8211; und seine dann einsetzende politische und mediale Instrumentalisierung lassen vermuten, dass es schon bei der Anzeige und der Sicherstellung weniger um die R\u00fcckf\u00fchrung eines arch\u00e4ologisches Objekts in sein angebliches Ursprungsland ging, sondern dass damit \u00a0andere Ziele verfolgt wurden. In den fast drei Jahren, \u00a0die das M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df im RGZM blieb, beschr\u00e4nkte sich das Interesse auf heute routinem\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrte naturwissenschaftliche Untersuchungen. Die bew\u00e4hrten geisteswissenschaftlichen Methoden, mit denen Arch\u00e4ologen seit mehr als zwei hundert Jahren zuverl\u00e4ssig Objekte auch unbekannter Herkunft bestimmt und in einen kulturhistorischen Kontext eingeordnet haben, fanden keine Anwendung<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref37\" href=\"#ftnt37\">[37]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Sie h\u00e4tten die Ungereimtheiten des St\u00fcckes sehr schnell aufgezeigt. Nicht genutzt wurde auch die Chance, das Auftauchen eines angeblichen \u201eGoldgef\u00e4\u00dfes aus einem K\u00f6nigsgrab\u201c zu nutzen, um eine Reihe von kulturhistorischen Fragen zu den Goldgef\u00e4\u00dfen aus den K\u00f6nigsgr\u00e4ben von Ur zu kl\u00e4ren, die seit den Ausgrabungen von L. Woolley und auch nach der \u00a0Publikation von M\u00fcller-Karpe noch offen sind. Diese St\u00fccke befinden sich heute in den Museen in Bagdad, London und Philadelphia. \u00a0Ein wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Kollegen dieser Institutionen zu der angeblich sensationellen neuen \u201eEntdeckung\u201c h\u00e4tte nahegelegen.<\/span><\/p>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Sicher h\u00e4tten weder die Justiz- noch die Zollbeh\u00f6rden, die M\u00fcnchner Besitzerin des St\u00fcckes oder die Schweizer Eigent\u00fcmerin Einw\u00e4nde dagegen gehabt, dass Wissenschaftler der genannten Museen das Goldgef\u00e4\u00df sehen, um zur Findung der Wahrheit beizutragen. <\/span><\/p>\n<h2 class=\"c6\">Politisierung und Medialisierung<\/h2>\n<p class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Auf die von M. M\u00fcller-Karpe 2012 \u00a0beschriebenen Vorg\u00e4nge im Zusammenhang mit der Herausgabe des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes im Sommer 2009 braucht hier nicht im Detail eingegangen zu werden, da er selber sie in dem mehrfach zitierten Aufsatz \u201eSchwei\u00dfbrenneraff\u00e4re\u201c ausf\u00fchrlich beschreibt<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref38\" href=\"#ftnt38\">[38]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. Mit Hilfe eines beim Botschafter des Irak bestellten Briefes wurde das kleine Goldgef\u00e4\u00df zu einer \u201ediplomatische Angelegenheit\u201c, wor\u00fcber er umgehend Politik und Justiz informierte. Und durch seine von den Medien aufgegriffene und weit verbreitete Drohung, dass die Zollbeh\u00f6rden den Tresor des Museums mit Gewalt \u00f6ffnen m\u00fcssten, um das Gef\u00e4\u00df abholen zu k\u00f6nnen, wurde es zum \u201eAufh\u00e4nger\u201c f\u00fcr die sogenannte \u201eSchwei\u00dfbrenneraff\u00e4re\u201c. Im Jahr 2012 schreibt M. M\u00fcller-Karpe dazu ganz offen, dass die Schwei\u00dfbrenneraff\u00e4re darauf zielte die Aufmerksamkeit der Medien auf die \u201e<\/span><span class=\"c2 c5\">fortgesetzte Antikenhehlerei\u201c <\/span><span class=\"c2\">hinzuweisen<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref39\" href=\"#ftnt39\">[39]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. <\/span><\/p>\n<p id=\"h.gjdgxs\" class=\"c6\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2 c9\">Im Juli 2009 wurde das M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df einem Berliner Wissenschaftler zur Begutachtung vorgelegt, der im<\/span><span class=\"c2\">\u00a0Beschluss des Oberfinanzgerichts vom 5. 8. 2010 diskret als Dr. W. bezeichnet wird<\/span><sup class=\"c2 c10\"><a id=\"ftnt_ref40\" href=\"#ftnt40\">[40]<\/a><\/sup><span class=\"c2\">. \u00a0M. M\u00fcller-Karpe nennt ihn 2012 dagegen ganz offen \u201e<\/span><span class=\"c2 c5\">mein Kollege Wartke\u201c<\/span><span class=\"c2\">\u00a0und f\u00e4hrt fort <\/span><span class=\"c2 c5\">\u00a0\u201eEr hat alle unsere Feststellungen best\u00e4tigt\u201c<\/span><sup class=\"c2 c10 c5\"><a id=\"ftnt_ref41\" href=\"#ftnt41\">[41]<\/a><\/sup><span class=\"c2 c5\">. <\/span><span class=\"c2\">Der Arch\u00e4ologe Ralf-Bernard Wartke war zu dem Zeitpunkt stellvertretender Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin und sp\u00e4ter dessen Direktor.<\/span><span class=\"c2 c5\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">Sein Gutachten wurde nicht ver\u00f6ffentlicht, die m\u00fcndliche Verhandlung vor dem M\u00fcnchner Finanzgericht fand unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit statt. Der im Internet ver\u00f6ffentlichte Beschluss des Oberfinanzgerichts, mit dem die Nichtzulassung des Falles zur Revision begr\u00fcndet wird, l\u00e4sst keinen Zweifel, dass Wartkes schriftliches Gutachten und seine zus\u00e4tzlichen Erl\u00e4uterungen in der m\u00fcndlichen Verhandlung urteilsentscheidend waren:<\/span><span class=\"c2 c5\">\u00a0\u201eAufgrund seines Gutachtens kam das Finanzgericht zu der \u00dcberzeugung, dass das Goldgef\u00e4\u00df aus S\u00fcd-Mesopotamien stammt\u201c <\/span><sup class=\"c2 c10 c5\"><a id=\"ftnt_ref42\" href=\"#ftnt42\">[42]<\/a><\/sup><span class=\"c2 c5\">. <\/span><span class=\"c2\">Mit welchen Argumenten Dr. W. dem Finanzgericht dies trotz aller dem widersprechenden arch\u00e4ologischen Fakten plausibel gemacht hat, bleibt offen. \u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"c16\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">Es dauerte noch bis zum 4. Juli 2011 dass der damalige deutsche Au\u00dfenminister dem irakischen Botschafter in Deutschland die F\u00e4lschung in feierlicher Zeremonie \u00fcberreichen konnte. <\/span><\/p>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<p class=\"c6\"><strong><span class=\"c4 c11\">Abbildungsnachweis<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"c16\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"c2\">F\u00fcr alle Abbildungen liegen die Genehmigungen zur Ver\u00f6ffentlichung vor. Die Verfasserin dankt den genannten Institutionen und Personen f\u00fcr die schriftliche Genehmigung zur Ver\u00f6ffentlichung der Abbildungen.\u00a0<\/span><\/p>\n<table style=\"width: 640px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 172px;\">Abb. 1 u. 4<\/td>\n<td style=\"width: 438px;\">Gerhard Hirsch Nachfolger<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 172px;\">Abb. 2 u. 3<\/td>\n<td style=\"width: 438px;\">R\u00f6misch-Germanisches Zentralmuseum Mainz, Photo \u00a0M.M\u00fcller-Karpe<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 172px;\">Abb. \u00a05<\/td>\n<td style=\"width: 438px;\">nach R .Zahn, Galerie Bachstitz (1922), Tf. \u00a037<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 172px;\">Abb. 6<\/td>\n<td style=\"width: 438px;\">K. Malorny<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 172px;\">Abb. 7 u 10<\/td>\n<td style=\"width: 438px;\">Trustees of the British Museum<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 172px;\">Abb. 8 u. 9<\/td>\n<td style=\"width: 438px;\">\u00a0Steiner Verlag im Einverst\u00e4ndnis mit M. M\u00fcller-Karpe<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div>\n<hr \/>\n<p class=\"c40\"><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n<p class=\"c40\"><a id=\"ftnt1\" href=\"#ftnt_ref1\">[1]<\/a><span class=\"c18\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">\u00a0Es w\u00fcrde zu weit f\u00fchren, die zahlreichen Presseartikel zu diesem Thema hier zu zitieren. Sie alle zeichnen sich durch nicht nachpr\u00fcfbare Behauptungen und Zahlen aus. Zu den Fakten s. \u201e<a href=\"https:\/\/chasingaphrodite.com\/2014\/11\/18\/dantis-inference-the-known-unknowns-of-isis-and-antiquities-looting\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www. chasingaphrodite.com\/2014\/11\/18\/ dantis-inference-the-known-unknown<\/a>\u201c. \u00a0S. auch F.Wehinger, Illegale M\u00e4rkte, Stand der<\/span><span class=\"c18\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">sozialwissenschaftlichen Forschung, MPfG Working Paper 11\/6, 2011, S. 48ff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt2\" href=\"#ftnt_ref2\">[2]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">M. M\u00fcller-Karpe, \u201eDie Schwei\u00dfbrenneraff\u00e4re\u201c \u2013 <a href=\"https:\/\/www.bdk.de\/lv\/hessen\/hessen-extra\/2012\/Hessen-Extra_Sonderausgabe_Kriminalarchaeologie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das vornehme Gesch\u00e4ft der \u00a0Kulturzerst\u00f6rung, Bund deutscher Kriminalbeamter, BdK Verbandszeitschrift \u2013 Sonderausgabe, Kriminalarch\u00e4ologie, Hessen \u2013 Extra, 04.04.2012 , S. 4 \u2013 17,<\/a> im Folgenden zitiert als M.M\u00fcller-Karpe, Schwei\u00dfbrenneraffaire.<\/span><span class=\"c0\">\u00a0<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt3\" href=\"#ftnt_ref3\">[3]<\/a><span class=\"c18\">\u00a0<a id=\"anm3\"><\/a><\/span><span class=\"c2\">Die bei M. M\u00fcller-Karpe, Schwei\u00dfbrenneraff\u00e4re S. 15 abgebildeten Ansichten der verschiedenen Seiten des M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00dfes erlauben eine eindeutige Rekonstruktion der Ursache des Schadens. Ein derart kleines Gef\u00e4\u00df aus hochkar\u00e4tigem Gold l\u00e4sst sich ohne weiteres mit kr\u00e4ftigem Fingerdruck aus der Form bringen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c16\"><a id=\"ftnt4\" href=\"#ftnt_ref4\">[4]<\/a><span class=\"c18\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">Gerhard Hirsch Nachfolger, \u00a0Auktion, Nr. 241, 21. 09. 2005, Lot Nr. 1689.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt5\" href=\"#ftnt_ref5\">[5]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">A. v. Saldern, Antikes Glas, Handbuch der Arch\u00e4ologie (2004), S. 509; C. Isings, Roman Glass from Dated Finds KK(K1954) Form 61 u. 100.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt6\" href=\"#ftnt_ref6\">[6]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0V. Mordvinceva \u2013 M. Treister, Toreutik und schmuck im n\u00f6rdlichen Schwarzmeergebiet, 2. Jh. v. Chr. \u2013 2. Jh. n. Chr., Bd. 1 (Simerofol \u2013 Bonn 2007) S. 51 ff. ; W. Seipel (Hrsg.), Gold der Steppe, Ausstellungskatalog Reiss-Engelhorn Museen Mannheim, 2009 \u2013 2010, Katalognr. 112, 116 und 123.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt7\" href=\"#ftnt_ref7\">[7]<\/a><span class=\"c18\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">R .Zahn, Galerie Bachstitz (1922), Tf. \u00a037; A. Garside (ed.) Jewelry, Ancient to Modern, The Walters Art Gallery, Baltimore (1980), Katalgnr. 286f. <\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c16\"><a id=\"ftnt8\" href=\"#ftnt_ref8\">[8]<\/a><span class=\"c18\">\u00a0Vgl. <\/span><span class=\"c19\">M. M\u00fcller-Karpe, <\/span><span class=\"c2\">Metallgef\u00e4\u00dfe im Irak, Von den Anf\u00e4ngen bis zur Akkad-Zeit (1993)<\/span><span class=\"c19\">,S. 287. Im Folgenden zitiert als M.M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4\u00dfe.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt9\" href=\"#ftnt_ref9\">[9]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0 S. Anm. 3.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt10\" href=\"#ftnt_ref10\">[10]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">M. M\u00fcller-Karpe, <a href=\"https:\/\/www.bdk.de\/lv\/hessen\/hessen-extra\/2012\/Hessen-Extra_Sonderausgabe_Kriminalarchaeologie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwei\u00dfbrenneraff\u00e4re<\/a> (Anm. 2) S. 10.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c27\"><a id=\"ftnt11\" href=\"#ftnt_ref11\">[11]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0W.C.L. Woolley, Ur Excavations II, The Royal Cemetery, 1934.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c16\"><a id=\"ftnt12\" href=\"#ftnt_ref12\">[12]<\/a><span class=\"c19\">. <\/span><span class=\"c2\">M. M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4\u00dfe im Irak, s. Anm. 8.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt13\" href=\"#ftnt_ref13\">[13]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">Telefonische Information von Dr. M\u00fcller-Karpe am 17.05.2016. Es handelt sich um das Gef\u00e4\u00df M. M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4\u00dfe Katalognr. 1263.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt14\" href=\"#ftnt_ref14\">[14]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0M. M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4\u00dfe, S. 276.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt15\" href=\"#ftnt_ref15\">[15]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0 M. M\u00fcller-Karpe, <a href=\"https:\/\/www.bdk.de\/lv\/hessen\/hessen-extra\/2012\/Hessen-Extra_Sonderausgabe_Kriminalarchaeologie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwei\u00dfbrenner<\/a> S. 12.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt16\" href=\"#ftnt_ref16\">[16]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0vgl. dazu M. M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4sse, S. 109f. sowie u.a.Kat. nos. 771, 789 \u2013 799, 801, 826-837, 842f., 865f., 1327-1331, 1334-1339, 1342-1350, Taf. 121 \u2013 124.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt17\" href=\"#ftnt_ref17\">[17]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0 Auf die \u00dcbernahme von Roll\u00f6senattaschen durch Handwerker in anderer Funktion \u00a0durch kleinasiatische und inselgriechische Handwerker im sp\u00e4ten 3. Und fr\u00fchen 2. Jahrtausend v. Chr. braucht in diesem Zusammenhang nicht weiter eingegangen werden, vgl. dazu M. M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4\u00dfe, S. 287.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt18\" href=\"#ftnt_ref18\">[18]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0F. Bernheimer, Kriminalarch\u00e4ologie Nr. 2, S. 5, Absatz 5: &#8220;<\/span><span class=\"c2 c5\">Das Zollfahndungsamt Stuttgart hat an dem angesprochenen Gutachten des Autors des Gastbeitrages nach dem Einwand, dass das angefertigte Gutachten fachlich nicht ausreichend und von einer tendenzi\u00f6sen Begutachtung gepr\u00e4gt sei, nicht mehr festgehalten und andere Gutachter mit der Herkunftsbestimmung des Goldgef\u00e4\u00dfes beauftragt.\u201c<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt19\" href=\"#ftnt_ref19\">[19]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0M. M\u00fcller-Karpe, <a href=\"https:\/\/www.bdk.de\/lv\/hessen\/hessen-extra\/2012\/Hessen-Extra_Sonderausgabe_Kriminalarchaeologie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwei\u00dfbrenner<\/a>, \u00a0S. 13.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c16\"><a id=\"ftnt20\" href=\"#ftnt_ref20\">[20]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0<\/span><span class=\"c2 c13\">H. Hauptmann, E. Pernicka (Hrsg.), Die Metallindustrie Mesopotamiens von den Anf\u00e4ngen bis zum 2. Jahrtausend v. Chr., Orient-Arch\u00e4ologie Bd. 3 (Rahden\/Westf. 2004).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c16\"><a id=\"ftnt21\" href=\"#ftnt_ref21\">[21]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0 Die \u00dcbersicht wurde der Publikation von H.J. Plenderleith in C.L. Woolley, Ur Excavations \u00a0Band II, The Royal Cemetery (1934) S. 291, Tabelle III entnommen. Sie findet sich auch in der Dissertation von M. M\u00fcller-Karpe.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt22\" href=\"#ftnt_ref22\">[22]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0M<\/span><span class=\"c2\">. M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4\u00dfe, S. 270.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c31\"><a id=\"ftnt23\" href=\"#ftnt_ref23\">[23]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0K. Benzel, PUABI\u2019S ADORNMENT FOR THE AFTERLIFE: MATERIALS AND TECHNOLOGIES OF JEWELRY AT UR IN MESOPOTAMIA, Benzel_columbia_0054D11436.pdf., S. 32 f., Anm. 101;<\/span><span class=\"c18\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">(. S. auch \u00a0Moorey 1994, S. 217ff.,<\/span><span class=\"c18\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">Ross, Jennifer C. 1999. The Golden Ruler: Precious Metals and Political Development in the Third Millennium B.C. Near East. 2 vols. PhD diss., University of California, Berkeley. S. 5ff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt24\" href=\"#ftnt_ref24\">[24]<\/a><span class=\"c19\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">\u00a0H.J. Plenderleith in C.L. Woolley, Ur Excavations \u00a0Band II, The Royal Cemetery (1934), S.<\/span><span class=\"c19\">\u00a0296.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt25\" href=\"#ftnt_ref25\">[25]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0P.M. Roberts, Gold Brazing in Antiquity, Gold Bulletin 1973,6, S. 112 \u2013 119.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c31\"><a id=\"ftnt26\" href=\"#ftnt_ref26\">[26]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0P.R. Moorey,<\/span><span class=\"c2 c5\">\u00a0Ancient Mesopotamia, Materials and Manufacture, <\/span><span class=\"c2\">The Archaeological Evidence (1994) S. 225ff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt27\" href=\"#ftnt_ref27\">[27]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0M.M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4\u00dfen, Katalognr. 57.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt28\" href=\"#ftnt_ref28\">[28]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0M. M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4\u00dfe, S.166f. : \u00a0<\/span><span class=\"c2 c5\">Aus einem St\u00fcck getrieben: <\/span><span class=\"c2\">Katalognr. 771 (U 10930), Katalognr. 866 (U 10850).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt29\" href=\"#ftnt_ref29\">[29]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4\u00dfe, Katalognr. 771(U 10930), Katalognr. 866 (U 10850): rezent zur\u00fcckgebogen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt30\" href=\"#ftnt_ref30\">[30]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0Grunds\u00e4tzliche Hinweise zu fr\u00fchen L\u00f6ttechniken mit Hinweis auf Ur s .A.R. Duval, C. Elu\u00e8re, L.P. Hurtel, Joining techniques in ancient gold jewellery, Jewellery Studies vol. 23, 1989, S. 13, Anm. 9, sowie H. Maryon, Metalworking in the ancient world, American Journal of Archaeology, 53, 1949, p. 114. M. M\u00fcller-Karpe, Metallgef\u00e4\u00dfe, S.286.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt31\" href=\"#ftnt_ref31\">[31]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">Roberts, Gold Brazing \u00a0(Anm. 24), Abbildung S. 112f. \u00a0<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c31\"><a id=\"ftnt32\" href=\"#ftnt_ref32\">[32]<\/a><span class=\"c18\">\u00a0 <\/span><span class=\"c19\">Vgl. Anm. 23.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt33\" href=\"#ftnt_ref33\">[33]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0 <\/span><span class=\"c2\">s. hierzu auch K.R. Maxwell-Hyslop, Western Asiatic Jewellery, c. 3000-612 B.C. (1974) LXIff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt34\" href=\"#ftnt_ref34\">[34]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0Zur Herstellung von Edelmetallgef\u00e4\u00dfen von der Antike bis in die Neuzeit vgl.. D.E. Storng, Greek and Roman Gold and Silver Plate (1966), S. 8f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt35\" href=\"#ftnt_ref35\">[35]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0M. M\u00fcller-Karpe, Schwei\u00dfbrenner, S. 14. S. dazu F. Bernheimer, Kriminalarch\u00e4ologie Nr. 2, Hessen-Extra, 25.08.2012, S. 5 Abschnitt 5. Das vollst\u00e4ndige Zitat s. Anm. 18.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt36\" href=\"#ftnt_ref36\">[36]<\/a><span class=\"c19\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">Der objektiv zu ermittelnde Markt- oder Handelswert des Gef\u00e4\u00dfes entspricht in etwa dem Auktionsergebnis. Das M\u00fcnchner Goldgef\u00e4\u00df geh\u00f6rt nicht in die Kategorie bedeutender antiker Kunstwerke mit eindeutig nachweisbarer langer Vorgeschichte, die von bedeutenden Wissenschaftlern publiziert wurden und sich zudem seit Jahrzehnten \u00a0in amerikanischen Museen befanden. Nur solche Objekte erzielen seit langem Ergebnisse im Millionenbereich .Vgl. u.a. die Albright-Knox Artemis, Sotheby\u00b4s New York, 7. Juli 2007 und die Guennol L\u00f6win, Sotheby`s New York, 5. Dez. 2007. <\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt37\" href=\"#ftnt_ref37\">[37]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0<\/span><span class=\"c2\">So beruht unsere Kenntnis der Entwicklung der griechischen Vasenmalerei ausschlie\u00dflich auf Vasen, deren Fundkontext meist nicht bekannt war. Die Datierung wurde in der Regel durch Grabungsergebnisse best\u00e4tigt. Gleiches gilt f\u00fcr unsere \u00a0immer noch g\u00fcltige Kenntnis der Entwicklung der griechischen Skulptur allein auf typologischer und stilistischer Grundlage.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt38\" href=\"#ftnt_ref38\">[38]<\/a><span class=\"c0\">\u00a0M<\/span><span class=\"c2\">. M\u00fcller-Karpe, <a href=\"https:\/\/www.bdk.de\/lv\/hessen\/hessen-extra\/2012\/Hessen-Extra_Sonderausgabe_Kriminalarchaeologie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwei\u00dfbrenner<\/a>, S. 14f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt39\" href=\"#ftnt_ref39\">[39]<\/a><span class=\"c19\">\u00a0M<\/span><span class=\"c2\">. M\u00fcller-Karpe <a href=\"https:\/\/www.bdk.de\/lv\/hessen\/hessen-extra\/2012\/Hessen-Extra_Sonderausgabe_Kriminalarchaeologie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwei\u00dfbrenner<\/a>, S. 11, <a href=\"http:\/\/www.icom-deutschland.de\/client\/media\/373\/mitteilungen_2010_endfassung_mit_aus_urheberrechtlichen_gruenden_entfernten_bildern.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">s. auch M. M\u00fcller-Karpe, Deutschland als Paradies f\u00fcr zwielichtige Antikenh\u00e4ndler, \u00a0ICOM Deutschland \u2013 Mitteilungen 2010, S. 10<\/a>.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt40\" href=\"#ftnt_ref40\">[40]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0BHF-Beschluss vom 5. August 2010, Az. VII B 259\/09.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt41\" href=\"#ftnt_ref41\">[41]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0M. M\u00fcller-Karpe, <a href=\"https:\/\/www.bdk.de\/lv\/hessen\/hessen-extra\/2012\/Hessen-Extra_Sonderausgabe_Kriminalarchaeologie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwei\u00dfbrenner<\/a>, S. 16.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"c8\"><a id=\"ftnt42\" href=\"#ftnt_ref42\">[42]<\/a><span class=\"c2\">\u00a0Pressemitteilung des Finanzgerichts M\u00fcnchen vom 28.09.2009 \u201e<\/span><span class=\"c2 c5\">das Gericht kam zu der Entscheidung aufgrund des Sachverst\u00e4ndigengutachtens eines Berliner Arch\u00e4ologen<\/span><span class=\"c2\">\u201c, sowie BFH Beschluss vom 5. August 2010, Az VII B 259\/09 (openJur 2011, 88490), Tatbestand, \u00a7 2: \u201e <\/span><span class=\"c2 c5\">Das FG urteilte, dass das Goldgef\u00e4\u00df nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme aus S\u00fcdmesopotamien, also aus dem heutigen Staatsgebiet des Irak stamme. Es sei davon auszugehen, dass es bei einer Grabung gefunden worden sei oder es sich um einen sonstigen Fund handele, da es keinen Anhaltspunkt daf\u00fcr gebe, dass das Gef\u00e4\u00df aus einer privaten oder staatlichen Sammlung stamme.\u201c<\/span><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a9 Copyright: Dr. Dr. h.c. Barbara Deppert Lippitz, 2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vervielf\u00e4ltigung,\u00a0Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung au\u00dferhalb der Grenzen des Urheberrechtes\u00a0bed\u00fcrfen der schriftlichen Zustimmung der Verfasserin. Downloads und\u00a0Kopien dieser Seite sind nur f\u00fcr den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet.<\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Dr. hc. Barbara Deppert-Lippitz Res ipsa loquitur ! \u00a0(M.T. Cicero, Pro T. Annio Milone, 52 v. Chr.) Einleitung Am 4. Juni 2011 \u00fcberreichte der damalige deutsche Au\u00dfenminister Guido Westerwelle dem irakischen Botschafter in Deutschland ein angeblich im Irak illegal ausgegrabenes und entgegen einer EU-Verordnung nach Deutschland eingef\u00fchrtes kleines Goldgef\u00e4\u00df. Dem feierlichen Staatsakt vorausgegangen waren &hellip; <a href=\"https:\/\/www.bonadea.net\/?page_id=39\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Das Goldgef\u00e4\u00df \u201eaus dem Irak\u201c&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":152,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-39","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bonadea.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bonadea.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bonadea.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bonadea.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bonadea.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39"}],"version-history":[{"count":43,"href":"https:\/\/www.bonadea.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":154,"href":"https:\/\/www.bonadea.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/39\/revisions\/154"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bonadea.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/152"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bonadea.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}